Die Schamlippenverkleinerung ist in der weiblichen Intimchirurgie mit ca. 70% der Eingriffe die in unserer Praxis am häufigsten durchgeführte Operation. Meist betrifft es die Verkleinerung der inneren Schamlippen. Aber auch die äußeren Schamlippen können im Laufe der Zeit ihre Form unschön verändern.
Wie sieht die „optimale“ Form der Schamlippen aus?
Natürlich liegt das, was man als „schön“ empfindet, im Auge des Betrachters selbst. Für die meisten Frauen unseres Kulturkreises sieht der „optimale“ äußere Genitalbereich in der Regel so aus, dass straffe äußere Schamlippen die inneren vollständig bedecken, ähnlich der Form einer geschlossenen Muschel.
Genetische Faktoren, Alterungsprozesse usw. können dazu führen, dass das Gewebe erschlafft oder wächst, und z.B. die inneren Schamlippen insbesondere nach der Pubertät so sehr an Größe zunehmen, dass sie von den äußeren Schamlippen nicht mehr bedeckt werden können und schlaff nach unten hängen. Dies wird nicht nur häufig als ästhetisch sehr unschön empfunden, es kann auch zu Beschwerden führen, wie Schmerzen oder Reiben beim Sport, Tragen enger Kleidung oder bei Geschlechtsverkehr.
Wie wird der Eingriff durchgeführt?
Es gibt eine Reihe Operationsmethoden, die schon sehr alt sind, aber immer noch von vielen Kollegen verwendet werden. Die meisten dieser Techniken verkleinern nur unterhalb der Clitoris die Schamlippen (z.B. der „Keilschnitt“). Das ist nicht sehr logisch, denn meist besteht ein Gewebeüberschuss über die gesamte Länge der Labien, vor allem im Bereich der Clitoris oder sogar darüber. Eine Reduktion der Schamlippen allein unterhalb der Clitoris hinterlässt daher meist ein sehr unharmonisches und unschönes Ergebnis.
Wir haben im Laufe von vielen hundert Operationen ein Verfahren entwickelt, das in sehr harmonischer Weise eine Straffung der inneren Schamlippen über ihre gesamte Länge, also auch im Bereich der Clitoris (Clitorismantel) und darüber strafft. Dieses Verfahren haben wir erstmals 2007 in der medizinischen Fachzeitschrift „gynäkologische – geburtshilfliche Rundschau“ publiziert und seitdem immer weiter entwickelt und verfeinert. Die Ergebnisse dieser Weiterentwicklung wurden dann im April 2011 im Lehrbuch „Ästhetische Chirurgie“ (Ecomed- Verlag) von uns veröffentlicht.
Wenn die inneren Schamlippen zu lang sind, besteht oftmals nicht nur ein Gewebeüberschuss des Clitorismantels, sondern auch ein zu starkes Hervortreten der Clitoris selbst (Clitorisprotrusion). Dieses Hervortreten der Clitoris verhindert es dann, dass die äußeren Schamlippen den Bereich um die Clitoris bedecken können. Dies kann im Rahmen einer Schamlippenkorrektur behoben werden. Eine Beeinträchtigung des sexuellen Empfindens ist dabei nicht zu befürchten, da die von uns verwendete Technik die Stellungskorrektur der Clitoris ermöglicht, ohne sie dabei zu berühren. Meist ist die sexuelle Stimulation dadurch verbessert, da sich die Clitoris danach etwas näher am Vaginaleingang befindet.
Die Eingriffe werden in der Regel in örtlicher Betäubung mit einer Art Laserskalpell durchgeführt. Im Prinzip gibt es 3 Arten der Schamlippenverkleinerung:
Welche der drei Varianten die für Sie beste Lösung ist, können wir erst nach einer körperlichen Untersuchung im Rahmen eines persönlichen Beratungstermines sagen. Für welche der Möglichkeiten Sie sich dann letztlich entscheiden, liegt natürlich bei Ihnen.
Maßgeblich für das Aussehen der äußeren Genitalregion ist die Form und Größe der äußeren Schamlippen. Im Mädchenalter sind sie in der Regel straff und von fast praller Konsistenz, da sie ausreichend mit Fettgewebe gefüllt sind.
Mit zunehmendem Alter kann das Fettgewebe allerdings an Volumen verlieren und die Haut sich dehnen, so dass es zu einem ästhetisch sehr unschönen Bild kommt, in dem schlaffe und „leere“ äußere Schamlippen nach unten hängen.
Im Prinzip gibt es dabei zwei Möglichkeiten:
Einmal die Straffung der äußeren Schamlippen, zum anderen das Wiederauffüllen der äußeren Schamlippen durch körpereigenes Fettgewebe (Lipostructure). Beide Möglichkeiten können auch miteinander kombiniert werden.
Straffung der äußeren Schamlippen:
Hierbei wird (meist in örtlicher Betäubung) der Gewebeüberschuss in Form einer Spindel über die gesamte Länge an den Innenseiten der äußeren Schamlippen entfernt und die verbleibende Haut der äußeren Schamlippen zur Mitte und schräg nach unten in Richtung Po gestrafft. Die Naht und Narbe verläuft dabei unauffällig in der Umschlagsfalte zu den kleinen Schamlippen.
Lipostructure:
Weitere Informationen zur Schamlippenvergrößerung durch Lipostructure.
Vorbereitung
Da der Eingriff in der Regel in örtlicher Betäubung durchgeführt wird, brauchen Sie nicht nüchtern zu sein (anders bei Operationen mit Narkose). Im Rahmen des Vorgespräches erhalten Sie ein Rezept. Die Medikamente darauf sollten Sie am Tage des Eingriffes am Morgen mit dem Frühstück einnehmen. Es handelt sich dabei um ein Antibiotikum und eine Tablette gegen Schmerzen und Schwellung. Die Tropfen nur am Abend einnehmen! Dies erklären wir Ihnen vorab aber noch genau.
Sie sollten im Genitalbereich vollständig rasiert sein.
Während des Eingriffes
Zunächst wird der Genitalbereich mit einer schonenden Lösung abgewaschen und desinfiziert. Danach wird die Schnittführung präzise aufgezeichnet. Dies kann einige Zeit beanspruchen. Eine exakte Zeichnung und Markierung vorab ist für ein gutes Operationsergebnis unerlässlich!
Das Einspitzen der örtlichen Betäubung verursacht einen Pieks, ähnlich einer Spritze beim Zahnarzt. Danach ist alles betäubt, Sie spüren nichts! Durch den Gebrauch des Lasers wird die Haut im Bereich der Schnittlinie erhitzt, was etwas unangenehm riechen kann. Während des gesamten Eingriffes können Sie Musik hören und Ihren Gedanken nachgehen. Sie werden überrascht sein, alles ist weniger schlimm, als Sie es sich vielleicht vorstellen.
Nach dem Eingriff
Unmittelbar nach der Operation können Sie Sich in unserer Praxis ausruhen. Sie bekommen etwas zu trinken und zu lesen. Danach dürfen Sie zur Toilette gehen und bekommen im Anschluss einen frischen Verband. Für Rückfragen oder andere Eventualitäten ist Prof. Gress auch nachts für Sie erreichbar. Am nächsten Tag findet eine Kontrolle und ein Verbandswechsel statt. Danach dürfen Sie nach Hause. Für Hotelbuchungen können wir Ihnen gerne behilflich sein. In den Stunden nach dem Eingriff sollten Sie eine feste Unterhose tragen, die es ermöglicht, etwas Druck auf die Genitalregion auszuüben. Dadurch wird die Schwellungsneigung oder die Möglichkeit einer Nachblutung vermindert. In den Folgetagen ist lockere Kleidung besser und angenehmer.
Für die Zeit danach
Duschen dürfen Sie bereits nach zwei Tagen wieder, allerdings sollten Sie eine Woche nur klares, handwarmes Wasser verwenden, keinerlei Seifen oder Lotionen! Diese sind erst nach einer Woche wieder erlaubt. Bitte keine Sitzbäder!
Sie sollten 6 Wochen die Region schonen, also keinerlei Reibung zulassen! Durch die Operation erhalten Sie ein feines „Kunstwerk“, das Sie unbedingt schonen und schützen sollten! Also in dieser Zeit kein Geschlechtsverkehr, nicht Joggen, Reiten, Radfahren etc. Wenn Sie Ihre Periode bekommen, bitte 6 Wochen kein Tampon benützen, lediglich eine Binde! Natürlich können Sie gehen und am normalen Alltag teilnehmen. Es kann sein, dass das Sitzen in den ersten 2- 3 Tagen etwas schmerzhaft ist. Sie sollten dann eher auf einer Pobacke sitzen, um die Region zu entlasten.
Rasieren dürfen Sie sich wieder nach 6 Wochen. Die Fäden lösen sich alle auf, Sie müssen nicht entfernt werden. Das Auflösen der Nähte kann manchmal etwas jucken. Nach den Berichten und Erfahrungen unserer Patientinnen hilft hier am besten ein Aloe- Vera Gel (nicht parfümiert), das Sie sich am besten in der Apotheke besorgen. Eine Wund- und Heilsalbe ist auch gut. Bitte nicht zu viel auftragen, damit es nicht zu schmierig wird! Sollten Nähte pieksen oder unangenehm sein, können sie nach ca. 10 Tagen entfernt werden.
Risiken
Das größte Risiko ist ein unerfahrener Operateur! Sie sollten in der Auswahl Ihres Chirurgen sicher sein und nach dessen Qualifikation und Ausbildung fragen. Genitaleingriffe (vor allem Schamlippenverkleinerungen) werden häufig unterschätzt, nach dem Motto. „ich kann Ihnen das gerne abschneiden“. Dies kostet in der Regel wenig Geld und sieht auch hinterher so aus. Wir haben sehr viele Patientinnen behandelt, die mit teilweise erheblichen Verstümmelungen zu uns kamen. Sehen Sie also genau hin, ehe Sie sich für einen Arzt entscheiden!
Die Genitalregion wird sicher geschwollen sein. Ca. 80% der Schwellung ist nach 6 Wochen wieder abgeklungen, der Rest vergeht relativ langsam. Insgesamt dauert es bis zu 6 Monaten, ehe die Schwellung völlig abgebaut ist und das Ergebnis sich nicht mehr verändert.
Die Narben verheilen im Genitalbereich sehr gut. Das liegt vor allem daran, dass kaum Spannung auf der Haut liegt, die die Wundränder auseinander zieht. In der Regel wird die Narbe ganz fein und ist mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen. Theoretisch kann eine Narbe auch auffällig verheilen oder sogar schmerzhaft sein. Das ist allerdings sehr sehr selten. Wenn Sie eine Hautcreme auftragen und etwas mit den Fingern den Narbenverlauf massieren, können Sie die Narbenreifung positiv beeinflussen.
Nun zum Wichtigsten: dem Gefühl! Kein Eingriff würde Sinn machen oder wäre zu vertreten, wenn dabei das sexuelle Gefühl oder die sexuelle Empfindsamkeit auch nur minimal verschlechtert würde. Ich sagen Ihnen ausdrücklich: diese Angst brauchen Sie nicht zu haben! Sexuell relevante Nerven werden bei keinem der Eingriffe berührt, weil sie alle so tief verlaufen, dass sie durch den Schnittverlauf an der Haut gar nicht in Gefahr geraten. Weder bei einer Schamlippenverkleinerung in Kombination mit einer Clitorismantelstraffung oder bei einer Versetzung der Clitoris bei einer Clitorisprotrusion. Bei letzterem besteht häufig sogar eine verbesserte Stimulationsfähigkeit hinterher, weil die Clitoris durch den Eingriff etwas in Richtung Vaginaleingang verschoben wird, wodurch sie bei Verkehr direkter stimuliert werden kann.
Durch das Abtrennen überschüssiger Haut, werden zwangsläufig kleine Hautnervchen durchtrennt. Dies kann sich in der ersten Zeit etwas wund anfühlen, in der Regel ist dies nach 4 -6 wieder normal.
Wundheilungsstörungen treten in der Regel dann ein, wenn die Region mechanisch zu sehr beansprucht wird. Seien Sie also vorsichtig, keine Reibung, kein Geschlechtsverkehr, kein Radfahren, Joggen etc. für 6 Wochen.